Busunternehmer erneuern Reisebusangebot zur Entzerrung des landesweiten Schülverkehrs (27.11.20)

Kiel. Eine soeben zu Ende gegangene Abfrage bei den Mitgliedsunternehmen des Omnibus Verbandes Nord hat ergeben, dass zwar bereits eine leider noch überschaubare Anzahl von Reisebussen von einem Teil der schleswig-holsteinischen Landkreise abgefordert worden ist, um für eine Entzerrung des vor allem morgendlichen Schülerverkehrs zu sorgen. Allerdings stehen, obwohl die allermeisten Busse der Unternehmen längst abgemeldet worden sind, kurzfristig immer noch rund 140 Reisebusse landesweit zur Verfügung, die spürbar dazu beitragen könnten, den Schülerverkehr nicht nur zu entlasten, sondern auch die unter Infektionsaspekten unsinnige Verbindung mehrerer Schulen durch denselben Schulbus zu unterbinden.

 

„Es ist für die Busunternehmen jedenfalls nicht auf Anhieb nachvollziehbar, warum angesichts der aktuellen Diskussion um geteilte Klassen und digitalen Unterricht nicht alles für eine Entzerrung des Schülerverkehrs auf die Straße gebracht wird, was verfügbar ist. Gemeinsam mit der notwendig landesweit abgestimmten Einführung von abgestuften Schulanfangszeiten und den dadurch viel effizienter nutzbaren bisherigen Schulbussen könnte der Einsatz aller verfügbaren Reisebusse im Land für eine deutlich spürbare Entzerrung des Schülerverkehrs sorgen. Dass stattdessen dem Vernehmen nach einzelne Kreise über Kilometerpauschalen für Elterntaxis nachdenken, macht wirklich sprachlos. Ging es doch vor Corona in Sachen „Sicherer Schulweg“ stets um das Zurückdrängen der gefahrverursachenden Elterntaxis vor den Schulen, so OVN-Geschäftsführer Dr. Joachim Schack.

  

Schack weiter: „Es ist geradezu absurd und grotesk, dass der Verband dieser Tage von seinen Mitgliedsunternehmen gebeten wird, sich beim Verkehrsministerium für eine Ausnahmegenehmigung für die Zulassung roter Kfz-Kennzeichen einzusetzen, damit die auf dem Betriebshof stehenden Reisebusse regelmäßig bewegt werden dürfen, um keine teuren Standschäden an Bremsen und Katalysator zu verursachen. Gerade die neuen emissionsarmen Busse brauchen regelmäßig ca. 30-40 km Strecke und mittlere Geschwindigkeit, damit der Katalysator ausreichend warm wird. Dass dieser Prüfantrag angesichts der aktuellen Schülerverkehrsproblematik überhaupt notwendig war, ist eigentlich kaum zu glauben.“