OVN bedauert Abbruch der Lohntarifverhandlungen mit ver.di (12.02.2020)

Kiel. Auch die dritte Runde in den aktuellen Lohntarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein ist gestern ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach neunstündigen Verhandlungen hat die Gewerkschaft ver.di die Verhandlungen mit dem Ziel abgebrochen, sich bei den eigenen Mitgliedern ein neues Verhandlungsmandat zu holen, das die fast 30köpfige Tarifkommission der Gewerkschaft offenbar nicht mehr besessen hat. Die Fortsetzung der Verhandlungen wurde für den 28. Februar 2020 vereinbart. Die Gewerkschaft hat bereits angekündigt, dass bis zu diesem Tag weitere Streiks stattfinden würden.

„Wir sind ziemlich enttäuscht über die offen zu Tage getretene fehlende Einigungsbereitschaft von ver.di. Durch die gestrigen Verhandlungen hat sich unser Eindruck bestätigt, dass es der Gewerkschaft nicht um eine zügige und faire Einigung geht, sondern vielmehr darum, die Fronten durch weitere Streiks, die offenbar schon feststehen, obwohl die Mitglieder noch gar nicht befragt worden sind, weiter zu verhärten. Inzwischen haben wir nun ein drittes, immer wieder verbessertes Angebot vorgelegt, ohne dass von ver.di ein spürbarer Einigungswille zu erkennen gewesen wäre. Wir halten es im Übrigen für unanständig und stillos, trotz bestehender Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber die Verhandlungen abzubrechen, um von den Mitgliedern ein neues Mandat zu bekommen, aber gleichzeitig Streiks bis zum nächsten, bereits gemeinsam vereinbarten Verhandlungstermin anzukündigen“, so OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

Das vorliegende Angebot sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 EUR in vier Stufen von jeweils 50 EUR bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2.800 EUR im Linienverkehr.

Zum Omnibus Verband Nord e.V. gehören derzeit ca. 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1.800 Bussen.