OVN einigt sich mit ver.di auf neuen Verhandlungstermin (05.03.20)

Kiel. Nachdem die Lohntarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein aufgrund der andauernden Streiks der Gewerkschaft ver.di noch komplizierter geworden und scheinbar festgefahren sind, gibt es nun neue Hoffnung für den notwendigen Einigungsprozess, da es eine Verständigung auf den vom OVN vorgeschlagenen neuen Verhandlungstermin am 10.03.2020 gibt.

Wir müssen leider akzeptieren, dass ver.di nun zunächst 5 Tage am Stück unsere Unternehmen bestreiken lässt, bevor wir die Verhandlungen in der dann 4. Verhandlungsrunde endlich fortsetzen können. Denn die Streiks sind und bleiben völlig ungeeignet, eine Einigung herbeizuführen oder auch nur zu beschleunigen. Wir bedauern sehr, dass unter diesen sinnlosen Streiks insbesondere die vielen Schülerinnen und Schüler sowie übrigen Fahrgäste leiden müssen, die sich schließlich auf die alltägliche Zuverlässigkeit „ihres“ Schul- bzw. Linienbusses verlassen können sollen und nun massiv vor den Kopf gestoßen werden“, so OVN-Geschäftsführer Dr. Joachim Schack.

Schack weiter: „Dass die Gewerkschaft ver.di sich nicht der Lage sieht, an vorgeschlagenen Verhandlungsterminen auf Streiks zu verzichten bzw. diese auszusetzen, ist nur schwer nachvollziehbar. Denn es wird jeder verstehen, dass sich die Busunternehmer an Streiktagen in erster Linie und im Interesse der Fahrgäste um ihr Unternehmen kümmern müssen und dieses nicht im Stich lassen können, zum Teil den Schulbus kurzfristig sogar selbst steuern. Wir sind daher erleichtert, dass ver.di unserem Vorschlag für die Fortsetzung der Verhandlungen am 10.03.2020 heute zugestimmt hat und auf begleitende Streiks verzichten wird, um Verhandlungen auch tatsächlich zu ermöglichen.“

Das vorliegende Angebot sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 EUR in vier Stufen von jeweils 50 EUR bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2.800 EUR im Linienverkehr, womit das Fahrpersonal bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde. Schon für dieses Angebot fehlt den betroffenen Busunternehmen die Refinanzierbarkeit.

 

Zum Omnibus Verband Nord e.V. gehören derzeit ca. 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1.600 Bussen.

Kiel, den 04.03.2020


V.i.S.d.P: Dr. Joachim Schack, Geschäftsführer und Pressesprecher