OVN appelliert an ver.di den gemeinsam vereinbarten Verhandlungstermin nicht dem Streik zu opfern (27.02.20)

Kiel. Die in den aktuellen Lohntarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein von der Gewerkschaft ver.di angekündigte Fortsetzung der Streiks am morgigen Freitag, 28.02.2020 kollidieren mit dem zuvor gemeinsam vereinbarten Termin für die mittlerweile 4. Verhandlungsrunde.

 

„Die bereits seit drei Tagen andauernden Streiks der Gewerkschaft ver.di haben den Tarifparteien eine erforderliche Einigung erwartungsgemäß nicht nähergebracht, zumal sie auch nachweislich nicht geeignet sind, mehr Geld in die landesweite ÖPNV-Finanzierung zu spülen, das jetzt verteilt werden könnte“, so OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

 

Schmidt weiter: „Wer einen Verhandlungstermin gemeinsam vereinbart und sich im Nachgang für zwischenzeitliche Streiks entscheidet und diese bewusst auf den Tag der vorgesehenen Verhandlungen ausdehnt, muss sich ernsthaft fragen lassen, ob überhaupt hinreichend Bereitschaft zum Verhandeln vorhanden ist. Wir benötigen diese Einigungsbereitschaft von unserem Tarifpartner aber, weil sonst ein Abschluss schlechterdings nicht möglich ist. Deshalb appelliere ich noch einmal nachdrücklich an die Gewerkschaft, den notwendigen Einigungsprozess am morgigen Freitag nicht dem Streik zu opfern, sondern den Weg für Verhandlungen frei zu machen.“

 

 

Das vorliegende Angebot sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 EUR in vier Stufen von jeweils 50 EUR bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2.800 EUR im Linienverkehr, womit das Fahrpersonal bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde.

 

 

Zum Omnibus Verband Nord e.V. gehören derzeit ca. 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1.600 Bussen.