Busstreiks sind kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar (29.01.2020)

Kiel. Die heutigen Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di im privaten Omnibusgewerbe in der Region Steinburg und Pinneberg stoßen bei den betroffenen Unternehmen auf völliges Unverständnis. Sie sind auch nicht geeignet, den laufenden Einigungsprozess zu beschleunigen, sondern beschädigen das Verhandlungsklima.

 

„Den heutigen Aufruf der Gewerkschaft ver.di zum ganztägigen Warnstreik können wir nicht nachvollziehen, zumal wir der Arbeitnehmerseite ein Angebot unterbreitet haben, das mit 180 EUR für 2 Jahre noch nie so hoch war und den Fahrerinnen und Fahrern auch wegen der niedrigen Inflationsrate deutlich mehr Geld bringen würde. Konkret geht es um einen Stundenlohn von 16,40 EUR, mit dem unser Tarifvertrag wie bisher bundesweit nach Baden-Württemberg an zweiter Stelle liegen würde. Für uns sind die Streiks aber auch deshalb unverständlich, weil das Fahrpersonal erst vor drei Monaten eine Lohnerhöhung von 50 EUR, d.h. 2% mehr Lohn erhalten hat und nun eine Forderung aufstellt, die in ihrer Höhe mit 17% völlig absurd ist“, so OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

 

Schmidt weiter: „Wir bedauern sehr, dass durch die überflüssigen Streiks nun ein Klima geschaffen wird, das eine Einigung in der gemeinsam festgelegten neuen Verhandlungsrunde am 11. Februar zumindest erschwert. Zudem wissen alle Beteiligten, dass die von den Kreisen an die den Schüler- und Linienverkehr durchführenden Unternehmen gezahlten Beträge gedeckelt sind und etwaige Preisfortschreibungen allenfalls auf dem Niveau der Inflationsrate erfolgen. Die Unternehmen sind bekanntlich nicht in der Lage, zur Refinanzierung solcher Forderungen die Fahrpreise mal eben zu erhöhen.“