OVN zeigt sich maßlos enttäuscht über erfolglos verlaufene Verhandlungsrunde (11.3.20)

Kiel/Büdelsdorf. Auch die vierte Verhandlungsrunde bei den Lohntarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein ist am gestrigen Abend nach über 11stündigen intensiven Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

 

„Wir hatten große Hoffnungen in diese Verhandlungsrunde gesetzt und haben uns mit mehreren immer wieder verbesserten Angeboten wirklich bis durch die Decke des Machbaren und Verantwortbaren gestreckt, um endlich eine Einigung hinzubekommen. Leider müssen wir aber erkennen, dass unsere massiven Bemühungen auch in mehreren Sondierungsrunden am Ende nicht zum Erfolg geführt haben, weil ver.di die Angebote allesamt zurückgewiesen hat und weiterhin auf Forderungen beharrt, die unsere Busunternehmen nicht ansatzweise refinanzieren können. Es wird aber niemand ernsthaft erwarten können, dass die Unternehmen Kredite aufnehmen müssen, um Lohnforderungen zu bezahlen“, so OVN-Vorsitzender und Verhandlungsführer Klaus Schmidt.

 

Schmidt weiter: „Wir geben nicht auf, auch weiterhin um einen Abschluss zu kämpfen, schon weil es diesen am Ende des Tages geben muss. So laufen bereits die Bemühungen um einen weiteren Termin für die Fortsetzung der Verhandlungen, auch wenn momentan die Zuversicht etwas abhandengekommen ist, wie eine Einigung mit ver.di gelingen kann, solange alle unsere Angebote zurückgewiesen werden. Zu behaupten, die Arbeitgeber würden Lohnerhöhungen verhindern wollen, ist vor dem Hintergrund dieser hohen Angebote wirklich absurd.“

 

Das vorliegende Angebot sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 250 EUR in vier Stufen bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2.850 EUR (ca. 16,82 pro Std.) im Linienverkehr, womit das Fahrpersonal mehr als die Hamburger Kollegen und bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde.

 

Zum Omnibus Verband Nord e.V. gehören derzeit ca. 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1.600 Bussen.

 

 

Kiel, den 11.03.2020