Fassungsloses Unverständnis über Uneinsichtigkeit von ver.di (09.10.2015)

Kiel. Auch die inzwischen 5. Verhandlungsrunde in der Tarifauseinandersetzung zwischen dem Omnibus Verband Nord und der Gewerkschaft ver.di ist gestern Abend nach über 10stündigen Verhandlungen und mehreren Sondierungen ohne Einigung zu Ende gegangen, nachdem sich herausstellte, dass ver.di weiterhin an einer Forderung von 12% mehr Lohn für 12 Monate festhält. Das noch einmal deutlich verbesserte Angebot der Arbeitgeber sah eine Lohnerhöhung in 3 Stufen über insgesamt 150 EUR mit einer Laufzeit von 30 Monaten bis Ende 2017 vor. Dieses Angebot hat ver.di erneut nicht nur als unzureichend zurückgewiesen, sondern nunmehr die Verhandlungen auch für gescheitert erklärt.


„Wir sind geradezu fassungslos über die Uneinsichtigkeit von ver.di, die die realen wirtschaftlichen Verhältnisse der Unternehmen komplett ausblendet. Es ist niemand in Sicht, der die Finanzierung einer solchen Forderung übernehmen könnte. Eine Kompensation wäre nur über eine massive Erhöhung der Fahrpreise möglich, was aber nicht umsetzbar ist. Wir sind sehr irritiert über die Gleichgültigkeit, mit der ver.di ganz bewusst in Kauf nimmt, dass nicht nur zahllose Busverkehre in den ländlichen Regionen vor dem Aus stehen, sondern dass auch die Verkehrsunternehmen akut in existentielle Gefahr geraten und mit ihnen die vielen Arbeitsplätze. Das hat schon tragische Züge", so OVN-Vorsitzender und Verhandlungsführer Klaus Schmidt unmittelbar im Anschluss an die Verhandlung.


„Offensichtlich hilft auch in dieser Verhandlungsrunde nur eine Schlichtung weiter, zu der wir ver.di ausdrücklich aufgefordert haben, um zu verhindern, dass es wieder die Fahrgäste und insbesondere Schüler sind, die unter diesen unsäglichen Streiks leiden müssen. Leider will man bei ver.di ausdrücklich lieber streiken, als im Wege einer Schlichtung nach einer Einigung zu suchen", so Schmidt abschließend.


Zum Omnibus Verband Nord e.V. gehören derzeit 105 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1650 Bussen.

Kiel, den 09.10.2015